Meldungen der Redaktion aus: Übersicht - chronologisch sortiert
Futter für Tiere in Not
24.03.2010 • In aller Regel kämpfen Tierheime bundesweit um ihre Existenz. Die laufenden Kosten, die allein durch Tierfutter anfallen, nehmen den Einrichtungen jeglichen Handlungsspielraum und die Suche nach Spendern erweist sich oft als schwierig. Die Firma Futter für Tiere in Not verspricht Abhilfe zu verschaffen. Inhaber Oliver Baur macht Tierheimen das unglaubliche Angebot, Futter umsonst bereitzustellen. In ihrer Not hinterfragen die Tierheime diese ungewöhnliche Zuwendung selten, doch dass die kommerzielle Organisation dabei nicht ganz uneigennützig handelt, liegt nahe. Undurchsichtige Arbeitstechniken und Kritik des deutschen Tierschutzbundes geben Anlass, die wohltätigen Absichten des Dienstleisters in Frage zu stellen. [mehr]
Silberschmiede in Nepal
Bild: Shanti Leprahilfe Dortmund
Shanti Leprahilfe Dortmund e.V.
19.03.2010 • „Es ist nicht genug, nur zu träumen, wenn das Leben uns die Möglichkeit bietet, unsere Träume zu verwirklichen.“ Dies ist das Ende eines Gedichtes, das sich auf einem Infozettel der Shanti Leprahilfe findet. Die Gründerin Marianne Grosspietsch scheint sich diese Worte zu Herzen genommen zu haben. Denn in fast 18 Jahren hat die engagierte Vorsitzende des Shanti Leprahilfe Dortmund e.V. mit der Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern und deutschen Spendengeldern vieles erreicht. Ziel ist immer, „nachhaltige Hilfe für Menschen in Nepal“ zu leisten. Die Fokussierung auf ein Projektland ermöglichte es, in relativ kurzer Zeit mit begrenzten Einnahmen mehrere Einrichtungen zu eröffnen, die vielen verzweifelten Menschen ein neues Leben ermöglichen. [mehr]
Hier werden die beschlagnahmten Unterlagen gesichtet
Bild: Staatsanwaltschaft Hannover
Mehrere Hausdurchsuchungen
15.03.2010 • Am 11. März haben 110 Staatsdiener Hausdurchsuchungen bei drei Firmen durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein großes Fundraisingunternehmen, ein Steuerberater- und Rechtsanwaltsbüro und einen Dienstleister für Non-Profit-Organisationen aus Berlin. Vorwurf: Verdacht der zweckwidrigen Verwendung von Spendengeldern, da 80 Prozent der Einnahmen für Verwaltung und Werbung aufgewendet wurden. Das hat Oberstaatsanwalt Manfred Knothe aus Hannover auf Anfrage bestätigt. Über das Volumen und die speziell betroffenen Vereine wollte er aufgrund des frühen Ermittlungsstadiums noch keine Angaben machen. Aus gut informierten Kreisen hat CharityWatch.de allerdings erfahren, dass allein die derzeit besonders im Visier stehenden Organisationen ein Spendenvolumen von 30 Millionen Euro aufweisen sollen. [mehr]
Bund für Kinderhilfe e.V.
25.02.2010 • Der Vorstandsvorsitzende vertritt den Bund für Kinderhilfe e.V. laut Vereinsregister allein. Diese Vertretungsbefugnis schafft Missbrauchspotenzial. Dieses wurde offensichtlich ausgenutzt. Seit Oktober 2009 sitzt der Vorstand in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde ausgestellt, weil der Verdacht des Betruges in Zusammenhang mit Untreue erhoben wird. Die Staatsanwaltschaft hat Zweifel an der Existenz eines Waisenhauses in Thailand erhoben und spricht von einem „angeblichen Waisenhaus“. Dafür hat der Vorstand für den Verein ein Haus in Augsburg gekauft – allerdings nicht von einem fremden Dritten! [mehr]
Das Logo des Vereins Kinderkrebsvorsorge e.V.
Kinderkrebsvorsorge e.V.
22.02.2010 • Durch eine kritische Anfrage ist CharityWatch.de vor gut einer Woche auf den Verein Kinderkrebsvorsorge e.V. aus Saarbrücken aufmerksam geworden. Das Antwortschreiben der Vorsitzenden Natalia Mironenko wurde auf einem ungewöhnlichen Briefformular verfasst. Neben der Unterschrift findet sich ein amtlich wirkender Siegelstempel und der rechte Rand ist voll mit Professoren, die im Kuratorium des Vereins sitzen. Doch dieser seriöse Anstrich täuscht. Seit dem 18. Februar 2010 warnt nun die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) aus Trier vor dem Verein und hat für Rheinland-Pfalz ein Sammlungsverbot erlassen. Vor dem Partnerverein Förderkreis Krebsvorsorge e.V. warnt die ADD schon länger. [mehr]
62 Tiere eingepfercht in einen Kleintransporter
Bild: TSV Nürnberg-Fürth
Retriever in Not und ETN
18.02.2010 • Mit dem Import von Hunden und anderen Tieren aus dem Ausland lässt sich gutes Geld verdienen. Meist wird das mit dem Argument gerechtfertigt, den Tieren ginge es in Deutschland besser. Doch nicht selten werden diese von den angeblichen Tierschützern unter unmöglichen Bedingungen transportiert. Kürzlich flog ein solcher Transport auf. 62 junge Hunde wurden auf acht bis zehn Quadratmeter zusammengepfercht. In Buchenbühl bei Nürnberg schritt die Polizei ein. Letztes Jahr waren es 42 Hunde, deren Transport die Polizei in Offenburg stoppte. Das ist natürlich nur die Spitze des Eisberges, hinter dem sich nicht selten ein lukratives Geschäft verbirgt. Denn meist handelt es sich um junge Rassehunde, die gut verkauft werden können. [mehr]
WMF Barmherzigkeit e.V.
16.02.2010 • Schon vor einem Jahr hat CharityWatch.de vor World Mercy Fund International gewarnt. Neben dem in Deutschland Spenden sammelnden WMF Barmherzigkeit e.V. gibt es noch Organisationen in Irland, in Österreich, der Schweiz und den USA. Zentrale Figur ist Ute Harms, die in Deutschland vor einem Monat einen Spendenaufruf für Haiti startete. In diesem mit „Notruf aus Haiti“ überschriebenem Spendenmailing wird sehr bedrängend um Spendengeld geworben. Da WMF selbst keine Erfahrung mit Katastrophenhilfe vorweisen kann, wurden in den Bettelbriefen zwei Partnerorganisationen genannt, die bis heute keinen Geldeingang verbuchen konnten. [mehr]
Das Amtsgericht Eggenfelden
Bild: Lion Schiner
Tierschutzverein Costa
11.02.2010 • Am 12. Januar musste sich Anna Elisabeth P., rechtlich vertreten durch zwei Münchner Anwälte, vor dem Amtsgericht Eggenfelden für angebliche Betrugsvorwürfe in zwei Fällen verantworten. Inhalt des Prozesses war die schwer nachvollziehbare Verwendung von Spendengeldern, die Frau P. als erster Vorstand des inzwischen insolventen Tieraltenheim Costa e. V. gesammelt hatte. Da diese Ereignisse rund zehn Jahre zurück liegen und wichtige Zeugen kurzfristig schwer erkrankt waren, hatte der Staatsanwalt kein leichtes Spiel. Dieser schien es aber aus offensichtlichem Mangel an öffentlichem Interesse nicht für nötig zu halten, sich ausreichend mit dem Fall zu beschäftigen. So wurde das von CharityWatch.de beobachtete Verfahren schon am ersten Prozesstag nach knappen zwei Stunden eingestellt. Zu einer Verurteilung von Anneliese P. kam es jedoch in einem früheren Prozess. Der Schuldspruch erfolgte 2006 wegen quälerischer Misshandlung von Wirbeltieren. Dennoch leitet diese seit Jahren ein durch deutsche Spendengelder finanziertes Tierheim. [mehr]
Nach nur einem Verhandlungstag wurde das Urteil gesprochen
Bild: Landgericht München I
Haftstrafen auf Bewährung
04.02.2010 • Am 3. Februar wurde der Prozess gegen Heidrun Sch. und ihren Sohn Carsten Sch. vor der 5. Strafkammer des Landgerichts München eröffnet. Sie mussten sich einer Anklage wegen gewerbsmäßiger Untreue stellen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte das Mutter-Sohn-Gespann sich über einen Zeitraum von drei Jahren widerrechtlich um insgesamt über fünf Millionen Euro bereichert zu haben. Diese Summe ging von den Konten der Vereine Kinder in Not e.V. und Deutsche Gesellschaft Tiere und Natur e.V. in das Privatvermögen der Beschuldigten über. Die Beweisaufnahme der Staatsanwaltschaft München dauerte mehrere Jahre und für den Prozess wurden acht Termine anberaumt. Durch umfassende Geständnisse der beiden Angeklagten kam es jedoch schon am ersten Verhandlungstag zur Urteilsverkündung. Die Geständigkeit von Heidrun und Carsten Sch. wurde von der Staatsanwältin „hoch angesehen“ und so kam es zu einem Strafmaß, mit dem leider nur die Angeklagten höchst zufrieden sein können. [mehr]
Vier Vereine im Kreuzfeuer
04.02.2010 • Heidrun Sch. und ihr Sohn Carsten Sch. haben zusammen gewerbsmäßige Untreuevorwürfe in Millionenhöhe gestanden. Die geschädigten Vereine Kinder in Not e.V. und Deutsche Gesellschaft Tiere & Natur e.V. wurden 2002 bis 2004 um über fünf Millionen Euro gebracht. Beide Vereine sind immer noch aktiv und es bestehen bedenkliche Verbindungen zu zwei anderen Organisationen. Für fast 30.000 Mitglieder stellt sich deshalb die Frage, ob sich trotz Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe wirklich etwas verändert hat? [mehr]